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Unterelbe zwischen Stade und der Nordsee

An der Niederelbe oder auch Unterelbe findet sich mit den Elbinseln, vielen Sandbänken und dem Einfluss der Gezeiten ein "Wattenmeer in Klein". Umgang mit Gezeiten, Schiffen und Naturschutz sind hier genauso wichtig wie im "großen" Wattenmeer - aber es ist alles etwas übersichtlicher. Die Sandbänke und Strände entlang des Elbfahrwassers bilden bei passendem Wasserstand herrliche Surfspots für Kajakfahrer – die Wellen liefern die großen Containerschiffe. Die Unterelbe ist ein perfektes Paddelrevier für (geübte bzw. begleitete) Anfänger und Profis gleichermaßen. Elbnahe Campingplätze und Zeltmöglichkeiten gibt es z.B. auf Pagensand, auf Krautsand sowie in Neuhaus an der Oste und in Otterndorf. Dadurch steht auch Mehrtagestouren an der Unterelbe nichts im Wege. Sowohl der Ruthenstrom, der die Insel Krautsand vom Kehdinger Festland trennt, sowie die Zufahrt zum Hafen nach Barnkrug, die Schwinge und die Pagensander und Schwarztonnensander Nebenelbe bieten auch bei stärkerem Wind Schutz und Paddelfreude.
Unmittelbar neben dem Fahrwasser der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen liegt südlich des Hauptfahrwassers die Brammer Bank mit einer großen Seehundkolonie, während am nördlichen Elbufer die Insel Rhinplate Glückstadt vorgelagert ist.

Wenn man auf der südlichen Seite des Fahrwassers dem Elbstrom folgt, gelangt man vorbei am Radarturm Freiburg und der Einfahrt zum Freiburger Hafen nach etlichen Paddelkilometern entlang des ausgedehnten Nordkehdinger Deichvorlandes mit seiner lebhaften Vogelwelt an die Ostemündung, die im Abschnitt über die Untere Oste beschrieben ist. Von hier aus fließt die Elbe über Otterndorf und Cuxhaven weiter bis in die Nordsee. Spätestens ab der Brammer Bank (von Stade aus kommend) ist die Elbe ein absolutes Seekajakrevier und setzt entsprechende Erfahrung und Ausrüstung voraus. Durch die Einmündung des Nord-Ostseekanals nimmt der Schiffsverkehr nochmals deutlich zu. Die Aufweitung in einen Mündungsästuar mit einer größten Breite von 18 Seemeilen und Gezeitenströmen von 5 Knoten und mehr sorgt dafür, dass die Elbe hier kein beschaulicher Fluss mehr ist, sondern ein Teil des faszinierenden Gezeitensystems Wattenmeer.

Eine wichtige Voraussetzung, um auf der Unterelbe zu paddeln, ist passendes Wetter und eine gute Planung mit dem Gezeitenkalender. Links zu den Gezeitenvorhersagen des BSH sind weiter unten in der Tabelle für die Ein- und Ausstiege mit aufgeführt. Wenn der Wind gegen den Strom weht, bedeutet das, dass sich auch auf der Elbe je nach Windrichtung hohe und brechende Wellen bilden können. Weht der Wind hingegen mit dem Strom, kann es sein, dass sich trotz kräftigem Wind gar keine Welle bildet. Man kommt in dem Fall aber deutlich schneller am Ziel an, als geplant. Eine verlässliche Quelle für Wettervorhersagen ist Windy.com.
Bei längeren Touren an der Unterelbe kommt es immer mal vor, dass man das Hauptfahrwasser der Elbe oder betonnte Nebenfahrwässer queren muss. Auf der Unterelbe bis an die Grenze des Hamburger Hafens gilt die Seeschifffahrtsstraßenordnung. Das bedeutet, jeglicher Verkehr (auch Sportboote und Ruderer!) im Fahrwasser hat Vorfahrt vor querenden Booten. Wenn wir ein Fahrwasser queren, so machen wir das zügig und auf schnellstem Wege. Es sollte für alle Paddler klar sein, dass wir im Hauptfahrwasser der Elbe nichts zu suchen haben! Wenn wir in Nebenfahrwässern fahren, sollten wir uns möglichst in Fahrtrichtung rechts halten: das Rechtsfahrgebot gilt auch auf Wasserstraßen.

Mit entsprechender Erfahrung oder Begleitung ist die Unterelbe aber auch ein sehr spannendes, schönes und faszinierendes Paddelrevier. Und entgegen der landläufigen Meinung herrscht an der Nordseeküste ja nicht immer Sturm ...

Tourenvorschläge auf der Unterelbe:

Auf der Unterelbe sind zahlreiche Touren unterschiedlichter Länge möglich. Hier kann nur eine kleine Auswahl dargestellt werden. Alle Touren müssen entsprechend dem Gezeitenstrom geplant werden und sollten ausschließlich bei passenden Wetterbedingungen durchgeführt werden.

3-4 Stunden, ca. 25 km
Stade – rund Bishorster Sand – Haseldorf – Stade
ca. 3 Stunden, 16 km
Krautsand – rund Pagensand – Krautsand
4-5 Stunden, ca. 30 km
Krautsand – rund Rhinplate – Krautsand
2 Stunden, ca. 14 km
Krautsand – Radarturm Freiburg – Krautsand
3-4 Stunden, ca. 24 km
Krautsand – Ostemündung – Neuhaus
5-6 Stunden, ca. 42 km
Ein- und Ausstiege
Ein-/Ausstieg Nutzbares Zeitfenster Gezeitenpegel Bemerkungen
Kanuverein Stade 3 Std. vor bis 3 Std. nach HW Stadersand Bootstreppe des Kanuverein Stade
Sportboothafen Haseldorf 3 Std. vor bis 3 Std. nach HW Stadersand Slipanlage und Bootssteg, Parkmöglichkeit direkt am Hafen
Pagensand 4 Std. vor bis 4 Std. nach HW Kollmar Naturschutzgebiet, Betretungsverbote beachten, Zeltmöglichkeit an Trittsteinen B und D
Strand Abbenfleth 2,5 Std. vor bis 2,5 Std. nach HW Kollmar Sandstrand, Parkmöglichkeit hinter dem Deich
Hafen Barnkrug 2 Std. vor bis 2 Std. nach HW Kollmar Slipanlage im Hafenbereich, Parkmöglichkeit direkt am Hafen
Kollmar 3 Std. vor bis 3 Std. nach HW Kollmar Sportboothafen und Sandstrand, Parkmöglichkeit direkt am Hafen
Strand Krautsand 4 Std. vor bis 4 Std. nach HW Glückstadt Sandstrand, Parkmöglichkeit direkt am Strand, Zeltmöglichkeit auf zwei Campingplätzen
Wischhafen 2 Std. vor bis 2 Std. nach HW Glückstadt Sportboothafen mit Slipanlage
Freiburg 3 Std. vor bis 3 Std. nach HW Brokdorf Sportboothafen, über flachen Priel bei HW erreichbar, kein Strand
Yachthafen Otterndorf in der Sommersaison tidenunabhängig über den Steg Otterndorf Park- und Übernachtungsmöglichkeit am See Achtern Diek (kostenpflichtig) ein kleines Stück entfernt
Lars Klüser
Untere Elbe